Änderung des § 8b Abs. 7 KStG bzw. § 3 Nr. 40 S. 3 EStG
04. April 2017

Die Bestimmungen des § 8 Abs. 7 KStG bzw. § 3 Nr. 40 S. 3 EStG sorgten in der Vergangenheit immer wieder für Auseinandersetzungen mit der Finanzverwaltung, da durch diese Vorschriften die Steuerfreiheit bzw. die Anwendung des Teileinkünfteverfahrens auf Veräußerungsgewinne aus Beteiligungen an anderen Körperschaften für Finanzunternehmen i.S.d. KWG versagt werden konnte. Für die Qualifizierung als Finanzunternehmen i.S.d. KWG muss die Haupttätigkeit des Unternehmens insbesondere im Erwerb und Halten von Beteiligungen und deren Finanzierung bestehen. Somit sind die im Mittelstand häufig auftretenden Holding-Gesellschaften vielfach als Finanzunternehmen i.S.d. KWG zu qualifizieren mit der Folge, dass eventuell in der Vergangenheit entstandene, vermeintlich steuerfreie Veräußerungsgewinne aus Beteiligungen nachträglich durch eine Betriebsprüfung als voll steuerpflichtig behandelt wurden.

Durch die Änderung der beiden zuvor genannten Vorschriften kann die Steuerfreiheit bzw. die Anwendung des Teileinkünfteverfahrens auf Veräußerungsgewinne aus Beteiligungen nur noch dann versagt werden, wenn an einem Finanzunternehmen i.S.d. KWG mittelbar oder unmittelbar Kreditinstitute oder Finanzdienstleistungsinstitute zu mehr als 50 % beteiligt sind. Die Änderung greift jedoch nur für Beteiligungen die nach dem 31.12.2016 erworben wurden. Für bereits vor dem 01.01.2017 erworbene Beteiligungen sind die bisherigen Regelungen unverändert anzuwenden; d.h. hier sollte zur Erhaltung der Steuerfreiheit auf Veräußerungsgewinne aus Beteiligungen wie bisher der Nachweis erbracht werden können, dass die betroffene Beteiligung nicht für die kurzfristige Erzielung eines Eigenhandelserfolgs erworben wurde.

04.04.2017 I Stephan Winter

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