Künstlersozialkasse – kann jeden treffen!
13. April 2018

Viele Unternehmen denken, die Künstlersozialkasse sei ein Sonderthema, das nur in den kreativen Bereichen eine Rolle spielt. Dem ist jedoch nicht so, die Künstlersozialkasse kann jeden treffen.

Zum Hintergrund:

Das Gesetz zur Künstlersozialkasse wurde 1983 eingeführt und soll die soziale Sicherheit der Künstler und Publizisten gewährleisten. Der Gesamtbeitrag zur Künstlersozialkasse setzt sich aus 50% Zahlung Künstler/Publizisten, 20% Zahlung Bund und 30% Zahlung der Unternehmer zusammen.

Seit dem 01.01.2015 ist die Abgabe zur Künstlersozialkasse ein fester Bestandteil der Betriebsprüfungen durch die deutsche Rentenversicherung. Grundsätzlich werden 5 Kalenderjahre rückwirkend im Rahmen der Verjährung abgeprüft.

Abgabepflichtig sind dem Grunde nach alle Unternehmen.

Unterschieden wird hier zwischen den

  • „typischen Verwertern“ (Verlage, Theater, Werbung, Rundfunk, Fernsehen etc.);
  • „Eigenwerbern“ (Unternehmen, die für sich selbst Werbung betreiben);
  • Fällen, die der „Generalklausel“ unterliegen (Nutzung einer künstlerischen Leistung, um Einkünfte zu generieren).

Als „Eigenwerber“ kann jedes Unternehmen der Künstlersozialkasse unterfallen, wenn die zum 01.01.2015 neu eingeführte Bagatellgrenze von EUR 450,– überschritten wird. Wer z.B. seine Website entwickeln und designen, Zeitungsanzeigen gestalten lässt etc., muss daher Beiträge zur Künstlersozialkasse abführen, selbst wenn es sich nur um eine größere Rechnung handelt.

Wichtig:

Nicht mit in die Bemessungsgrundlage zählen unter anderem die Entgelte, die an juristische Personen (z.B. GmbH) gezahlt werden. Wenn eine GmbH beauftragt wird, gibt es also keine Probleme mit der Künstlersozialkasse.

Die Mitwirkungspflichten für den Unternehmer sind klar im KSVG geregelt:

  • Aufzeichnungspflicht der Entgelte
  • Meldepflicht bis zum 31.03. des Folgejahres der Künstlersozialkasse

Bei Verstoß kann hier ein Bußgeld bis zu 50.000 EUR verhängt werden.

Der Abgabesatz wird jährlich vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales festgesetzt. Für das Jahr 2015 beträgt dieser 5,2%.

13.04.2018 I Lydia Greiner, Anja Wellinger

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