Nur Grundstücke sind von der Erbschaftsteuer befreit
12. April 2018

Nach § 13 Abs. 1 Nr. 4b Satz 1 ErbStG ist der Erwerb von Todeswegen des sog. Familienheims durch den überlebenden Ehegatten von der Erbschaftsteuer befreit.

Dies gilt allerdings nicht für den Fall, in dem der verstorbene Ehegatte noch nicht als Eigentümer des Grundstücks im Grundbuch eingetragen war. Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist, dass der verstorbene Ehegatte zivilrechtlicher Eigentümer des Familienheims war und der überlebende Ehegatte das zivilrechtliche Eigentum hieran von Todeswegen erwirbt. Der Bundesfinanzhof führt in seinem Urteil vom 29.11.2017 (AZ. II R 14/16) dazu aus, dass der Erbe nicht das Eigentum an dem Grundstück, vielmehr lediglich einen durch Auflassungsvormerkung gesicherten Anspruch auf Verschaffung des Eigentums erworben habe. Dies hat des Weiteren zur Konsequenz, dass als Wertansatz des Erbes nicht der besondere Grundbesitzwert zum Ansatz kommt, vielmehr, da nur ein Eigentumsverschaffungsanspruch erworben wurde, dieser mit dem (im Urteilsfall deutlich höheren) Verkehrswert bei der Bemessung der Erbschaftsteuer angesetzt wird.

12.04.2018 I Stefan Riehle

zurück drucken
Kontakt

Stuttgart
+49(0)711 666 31-0

Freiburg
+49(0)761 705 01-0

infolohrmann-partnerde