Steuerfreie Sachbezüge durch Ausgabe von Warengutscheinen anstatt Barlohn
08. August 2017

Bei der Gewährung von Warengutscheinen durch den Arbeitgeber an seine Arbeitnehmer ist zu unterscheiden, ob der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern Warengutscheine gewährt, die er bei fremden Dritten oder nur beim Arbeitgeber selbst einlösen kann. Voraussetzung ist allerdings in beiden Fällen, dass der Gutschein als Sachbezug und nicht als Barlohn zu behandeln ist. Ein Sachbezug liegt vor, wenn der Arbeitnehmer nur die Sache selbst beanspruchen kann. Hat der Arbeitnehmer die Option, sich den Wert des Warengutscheines auszahlen zu lassen, liegt kein Sachbezug, sondern Barlohn vor.

  • Gutscheine bei fremden Dritten

Gibt der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern Gutscheine, die dieser bei fremden Dritten einlösen kann, besteht die Möglichkeit der Anwendung der monatlichen 44-EUR-Freigrenze. Nach § 8 Abs. 2 S. 11 EStG können Sachbezüge  bis zu 44,00 EUR pro Kalendermonat ohne Anlass gewährt werden, die dann lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei sind. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Freigrenze und keinen Freibetrag, d.h. werden die 44,00 EUR überschritten, ist der vollständige Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig. Es ist ebenfalls nicht möglich, einen nicht verbrauchten Betrag auf den nächsten Monat vorzutragen. Zuflusszeitpunkt ist bei Hingabe des Gutscheins an den Arbeitnehmer, da der Arbeitnehmer zu diesem Zeitpunkt einen Rechtsanspruch gegenüber einem Dritten erhält.

  • Gutscheine, die nur beim Arbeitgeber eingelöst werden können

Gibt der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern Gutscheine, die er nur beim Arbeitgeber einlösen kann, besteht die Möglichkeit der Anwendung des Rabattfreibetrags in Höhe von 1.080,00 EUR jährlich. Nach § 8 Abs. 3 EStG existiert für Wirtschaftsgüter, mit denen der Arbeitgeber Handel treibt und die er unentgeltlich oder verbilligt seinen Arbeitnehmern überlässt, ein jährlicher Freibetrag in Höhe von 1.080,00 EUR. Auf den Rabattfreibetrag sind weder Lohnsteuer noch Sozialversicherungsbeiträge abzuführen. Voraussetzung für den Rabattfreibetrag ist, dass zum Einem die Sachbezüge nicht pauschal besteuert werden, und zum Anderen dürfen die Wirtschaftsgüter nicht überwiegend für den Bedarf der Arbeitnehmer hergestellt, vertrieben oder erbracht werden. Das bedeutet: Es müssen zumindest in gleichem Umfang fremde Dritte beliefert werden. Als Zuflusszeitpunkt gilt, anders als bei Gutscheinen bei fremden Dritten, nicht die Hingabe, sondern die Einlösung des Warengutscheines.

08.08.2017 I Julia Eckmeier

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