Verdeckte Gewinnausschüttung als freigebige Zuwendung - Abweichung von bisheriger Rechtsprechung und Verwaltungsanweisungen
15. Februar 2018

Nach dem Urteil v. 7.11.2007, II R 28/06 (BStBl II 2008, 258) liegt bei vGA im Dreiecksverhältnis regelmäßig keine freigebige Zuwendung des Gesellschafters, sondern der GmbH an die nahestehende Person vor. Diese Auffassung wird auch von der Finanzverwaltung vertreten. Der BFH hält an dieser Auffassung nicht mehr fest. Schenker ist der Gesellschafter, nicht die GmbH. Die Leistung an die nahestehende Person mindert das künftige Ausschüttungsvolumen der GmbH zu Lasten des Gesellschafters.  In der Zahlung eines überhöhten Entgelts, das beim Gesellschafter eine vGA darstellt, liegt somit eine als freigebige Zuwendung zu erfassende Vermögensverschiebung zwischen dem Gesellschafter und der nahestehenden Person. In zwei weitgehend inhaltsgleichen Parallelurteilen v. 13.9.2017, II R 32/16 (überhöhter Mietzins bei Grundstücksvermietung) und II R 42/16 (überhöhter Kaufpreis bei Veräußerung von Aktien) hat der BFH entsprechend entschieden.

15.02.2018 I Steffen Rapp

zurück drucken
Kontakt

Stuttgart
+49(0)711 666 31-0

Freiburg
+49(0)761 705 01-0

infolohrmann-partnerde