Zuzahlungen eines Arbeitnehmers zu betrieblichen Kraftfahrzeugen

Mit der Veröffentlichung des BMF-Schreibens vom 19. April 2013 (Az. IV C 5 – S 2234/11/10004) hat das Bundesfinanzministerium zur lohnsteuerlichen Behandlung der vom Arbeitnehmer selbst getragenen Aufwendungen bei der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs Stellung genommen.

Entsprechend dem Leitgedanken des BMF-Schreibens mindern die vom Arbeitnehmer selbst getragenen Aufwendungen eines betrieblichen Kraftfahrzeugs (Nutzungsentgelt) für die außerdienstliche Nutzung den Nutzungswert des betrieblichen Kraftfahrzeugs. Die Entrichtung des Nutzungsentgelts ist entweder pauschal oder an der tatsächlichen Nutzung zu bemessen. Die vollständige oder teilweise Übernahme einzelner Kraftfahrzeugkosten (z. B. Kraftstoff oder Reparaturen) stellt jedoch kein pauschales oder an der tatsächlichen Nutzung bemessenes Nutzungsentgelt dar und wirkt sich folglich nicht als Minderung des Nutzungswertes des betrieblichen Kraftfahrzeugs aus.

Das pauschale oder an der tatsächlichen Nutzung bemessene Nutzungsentgelt muss durch Abschluss einer Nutzungsüberlassungsvereinbarung schriftlich fixiert werden.

Die Gestellung eines Dienstwagens zur privaten Nutzung wird lohnsteuerlich gegenwärtig durch die pauschale Nutzungswertmethode (1%-Regelung und 0,03%-Regelung) oder durch die individuelle Nutzungswertmethode (Fahrtenbuchmethode) erfasst.

Bei Anwendung der pauschalen Nutzungswertmethode mindert das oben genannte Nutzungsentgelt den aus der 1%-Regelung zu versteuernden Wert, bei Anwendung der individuellen Nutzungswertmethode mindert das vom Arbeitnehmer entrichtete Nutzungsentgelt den individuellen Nutzungswert.

Fazit und Empfehlung:

Der Abschluss einer schriftlichen Nutzungsüberlassungsvereinbarung führt nicht nur zu einer lohnsteuerlichen, sondern auch zu einer sozialversicherungsrechtlichen Entlastung des Arbeitnehmers. Weiterhin erfährt insbesondere der Arbeitgeber umsatzsteuerliche sowie sozialversicherungsrechtliche Entlastungen. Diesbezüglich wird der Abschluss einer schriftlichen Nutzungsüberlassungsvereinbarung für alle bisher nicht schriftlich fixierten Nutzungsüberlassungsvereinbarungen empfohlen.

02.09.2013 | Dipl.-Kfm. Sven-Marco Claus

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Das Bundesfinanzministerium äußert sich zur lohnsteuerlichen Behandlung der Arbeitnehmereignen Aufwendungen bei der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs.

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